Tag der künstlichen Grünpflanze
Ich ahnte es, bevor es passierte. Es kribbelte unter meiner Haut. Ich wusste, gleich würde er diese Bewegung durchführen. Diese eine, lässige. Die ich schon so häufig gesehen hatte. Die nichts von ihrer Faszination verloren hatte, weil ich sie nicht verstand. Sie blieb mysteriös. Da stand ich, wusste, es würde sich nur noch um Sekunden handeln können. Er blickte kurz auf, sein Blick schweifte an mir vorbei, ohne mich wirklich wahrzunehmen.
Dann tat er es: Der Bahnbeamte stellte mit einer gekonnten Handbewegung die künstliche Grünpflanze vor sich, um ein Visier zwischen sich und die Welt zu schieben. Nun musste ich auf einen neuen Schalter warten. Meine Nackenhaare stellten sich auf. Ein Gedanke beherrschte mich: Nicht zu ihr. Natürlich kaufte ich meine Fahrkarte dann doch bei einer Vokuhila-Haarschnitt-Ruhrpott-Wachtel mit gekonnt schlecht blondierten Haaren. Weil alle Bahnangestellten-Welt sich vor mir hinter verstaubten künstlichen Grünpflanzen versteckte. Mit einer lässigen Handbewegung. Weil die Welt durch eine Grünpflanze betrachtet ganz anders aussieht. Besonders, wenn sie mit ihren Platikstengeln kein Wasser in ihre schlecht imitierten Blätter pumpt.
Ich habe es ausprobiert, mit meiner Topfpflanze. Ich blickte durch Blätter getarnt aus meinem Fenster. Schlich durch die Wohnung. Blickte begrünt ins Bad. Kam mir ein wenig vor wie Jane, die auf Tarzan wartete. Stellte fest, dass ich nicht Jane bin. Nie sein wollen würde. Stellte die Pflanze weg: Nie würde ich so lässig mir ihr hantieren können wie ein Bahnangestellter.
Dann tat er es: Der Bahnbeamte stellte mit einer gekonnten Handbewegung die künstliche Grünpflanze vor sich, um ein Visier zwischen sich und die Welt zu schieben. Nun musste ich auf einen neuen Schalter warten. Meine Nackenhaare stellten sich auf. Ein Gedanke beherrschte mich: Nicht zu ihr. Natürlich kaufte ich meine Fahrkarte dann doch bei einer Vokuhila-Haarschnitt-Ruhrpott-Wachtel mit gekonnt schlecht blondierten Haaren. Weil alle Bahnangestellten-Welt sich vor mir hinter verstaubten künstlichen Grünpflanzen versteckte. Mit einer lässigen Handbewegung. Weil die Welt durch eine Grünpflanze betrachtet ganz anders aussieht. Besonders, wenn sie mit ihren Platikstengeln kein Wasser in ihre schlecht imitierten Blätter pumpt.
Ich habe es ausprobiert, mit meiner Topfpflanze. Ich blickte durch Blätter getarnt aus meinem Fenster. Schlich durch die Wohnung. Blickte begrünt ins Bad. Kam mir ein wenig vor wie Jane, die auf Tarzan wartete. Stellte fest, dass ich nicht Jane bin. Nie sein wollen würde. Stellte die Pflanze weg: Nie würde ich so lässig mir ihr hantieren können wie ein Bahnangestellter.
Madame M - 10. Sep, 15:40