Freitag, 4. August 2006

Viva la Hysterie

Das Fernweh und der Hunger treiben sie umher: Wird sie nicht regelmäßig gefüttert, macht sich die lose im Körper befindliche Gebärmutter auf die Suche nach Nahrung und geistert durch den weiblichen Körper. Schließlich beisst sie sich im Lauf ihrer Wanderschaft am Gehirn fesst und führt so zu hysterischen Symptomen.
Spinnen die alten Griechen? Beruhigend, immerhin: Die Heilung erfolgt so einfach wie probat durch Sex.
Waren Kondome bei den Griechen weniger ein Thema, muss gemäß Theorie heute auf sie verzichtet werden. Schließlich sollte Mutter Gebär sich satt essen können, damit sie an ihren alten Platz zurückkehrt und dort verbleibt.divahysteria

Mittwoch, 26. Juli 2006

Der große Diktator

Alte Bücher neu gelesen ergeben manchmal unverhofft neuen Sinn. Als bekennende Pippi-Langstrumpf-Liebhaberin ist mir eine Sache dann doch nie aufgefallen: Der schdarke Adolf.
Im ersten Band der Trilogie begibt Pippi sich in einen Zirkus, in dem der starke Adolf auftritt, den der Zirkusdirektor als den schdärksden Mann der Welt vorstellt, den bis jetzt noch keiner besiegt hat.
Eine gewisse hitlereske Sprachimitation durch den Direktor lässt sich in der Szene definitiv nicht leugnen. Neben Sehen Sie, was für Moschkeln steht Na, meine Härrschaften, wenn keiner gegen Adolf antreten will, wärde ich gäzwungen sein, das Geld für mich zu bähalden.
Doch wie zu erwarten, möchte Pippi den wackeren Kerl auf die Matte legen, was den Direktor ärgert: Das hier ist kein Platz fier Schbäße. Geh wäck, bevor der schdarke Adolf deine Unverschämdheiten hört.
Astrid Lindgren sagte einem Interview, sie habe Hitler damals abgrundtief gehasst und das sei ihre persönliche Art der Abrechung gewesen.Wie zu erwarten, gewinnt Pippi die Oberhand über Adolf und besiegt ihn mit Leichtigkeit.
Fast erschreckend, dass mir bei aller Eindeutigkeit und meterdicken Zaunpfählen nie etwas aufgefallen ist. Einfach, aber genial.
pippi_langstrumpf

Samstag, 22. Juli 2006

Wenn einer eine Reise tut

Gestaunt habe ich doch, als ich davon las. Und mich ein wenig geärgert, weil ich die Idee nun nicht mehr als erste haben kann, da sie bereits weg ist. Und wiederum gedacht, dass Amélie diese Idee doch schließlich als erste hatte, als sie den Gartenzwerg - zumindest scheinbar - um die Welt reisen ließ und ihrem Vater Fotos zukommen ließ.
Auch Teddybären haben nun nämlich ein Recht auf Erholung. Zwei Reiseunternehmer aus Berlin bieten Ferien für geplagte Kuschelmonster an: Für den Preis von 25 - 158€ (je nach gewähltem Programm) kann man seinen Bären auf die Reise nach Berlin schicken. Die pelzigen Knopfäugler werden zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten gebracht und für die Daheimgebliebenen vor diesen fotografiert. Nach 7 bis 21 Tagen ist die Reise dann beendet und der Teddy tritt den Weg in die Heimat an, ausgezeichnet erholt und vielleicht noch gebräunter als sonst.
Erschreckend: Wer bemitleidenswerter Weise keinen Teddy besitzt, kann auch seinen Hut auf die große Reise schicken. Das kostet dann aber 649€ - Hüte sind eben sehr anspruchsvoll.

Donnerstag, 20. Juli 2006

Kein Hirn am Himmel

Exklusiv: Meine Lieblingsseite in der heutigen BILD-Zeitung, "36 Grad, 36 coole Fragen" zur momentanen Hitze. Nebst "Kann ich als Hartz-IV-Empfänger Sonnenbrille und -creme" beantragen" und "Macht Hitze geil", reiht sich hier "Ist heißer Sex bei heißem Wetter gefährlich" nahtlos in die Liste überaus lebenswichtiger Fragen ein.
Als mein unschlagbarer Liebling kristallisierte sich schnell Frage 19 heraus: "Dehnt sich bei Hitze mein Silikon-Busen aus?". Gut, dass wir darüber einmal gesprochen haben. Übrigens: "Nein, denn in den Implantaten ist meist Silikon-Gel."
Das wäre geklärt. Und morgen beruhigt BILD seine Leser vermutlich, dass Kondome bei Hitze nicht schmelzen, außer vielleicht, wenn eventuelle Noppen zu welken begännen.

Montag, 17. Juli 2006

Made in Germany

Kleine Schulstunde für Anfänger in Wortkunde: Das Wort bio stammt aus dem Griechischen und bedeutet Leben. Doch Vorsicht, dies ist eine der Verbindungen, die man nie unreflektiert ziehen sollte: So ist Biomüll nicht lebendiger Müll, sondern dabei handelt es sich um Abfallrestbestände ehemals lebender Organismen. Im Idealfall.
Mein Biomüll hat das bio in seinem Namen deutlich zu wörtlich genommen. Er ist mutiert. Vom harmlosen braunen Müllschlucker wurde er klammheimlich zur Brutstätte des Übels. Pandoras Büchse tat sich heute Nacht in meiner Küche auf. Was sie ausspuckte, waren nicht abstrakte Übel, sondern reale Krabbeltiere, die die Nacht dazu nutzen, die Küche in einem breiten Strom westwärts zu durchqueren. Wie die Lemminge verdorrten die ersten allerdings bereits auf dem trockenen Küchenboden.
Heute bin ich zur Mörderin geworden. Jack-the-Ripper ist blasser Kleinstadtgartenschmuck gegen meine Madenvernichtungskünste.
Maden sollen sehr eiweißhaltig sein. Das hat mein Mitbewohner nicht bedacht, als er mich entsetzt-besorgt aus dem Bett warf, um mir das weiße Gold in unserer Küche zu zeigen, das nun ganz und gar nicht mehr bio ist.

...

Wenn man das Licht schnell genug ausschaltet, kann man sehen, wie die Dunkelheit aussieht.

Donnerstag, 13. Juli 2006

O tempora...

Werteverfall? Nein, danke.
Wollte es nicht wahrhaben. Nicht sehen, wie Traditionen dahinbröckeln, Sitten verfallen, Moralgemäuer knarren.
Heute wurde ich geläutert. Ich sah den Untergang all dessen, was uns heilig ist.
Nicht im geringsten schamhaft erhob sich nämlich ein braungetupfter Hund vor mir mit großer Sorgfalt auf zwei Beine, um - auf den Vorderpfoten stehend - sein Geschäft zu verrichten.

O mores. Mühsam der Männerwelt aberzogen, pinkeln heute Vierbeiner im Stehen. Knigge dreht sich knarzend im Grab herum, der Sittenverfall rotiert auch ohne Spieß und ich denke darüber nach, ob mein Pudding vielleicht doch nicht mehr so gut war.

Mittwoch, 12. Juli 2006

Geliebtes Dönertier

Es soll vorkommen. Es soll Menschen geben, deren ganzes Sinnen und Trachten sich auf eine einzige Sache im Leben richtet. Die sich nur auf ein Ziel konzentrieren und genau wissen, was sie wollen.
Eines Morgens wusste auch ich es. Endlich. Jahrelang hatte ich gewartet, dann war es plötzlich passiert: Der Klick. Das war es. Ich hatte den Masterplan für mein Leben entdeckt.
Es passierte ganz unverhofft. Es war in einer kleinen Dönerbude, in deren Hinterhof die prächtigsten Dönertiere gezüchtet wurden, die die Welt je gesehen hatte.
Ich war in einem Tempel gelandet. Ich hatte das Ziel meines Lebens gefunden: So oft wie nur möglich bei ihnen einzukehren und kauend zu meditieren.
Wenn das kein gutes Karma bedeutet. Sorgen machte mir allerdings, an Spitze dieses Kastensystems als Döner wiedergeboren zu werden - man bedenke die Lebenserwartung.

Montag, 10. Juli 2006

...

"Ich entdecke es überall - ich betrachte die Welt und entdecke überall Absurdes. Die Menschen tun lauter merkwürdige Dinge, das geht soweit, dass es uns gar nicht mehr auffällt."
David Lynch

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