Schon von draußen sah man ihn mit seinem Einkaufswagen in rasendem Tempo durch die Gänge schieben, während Leute verängstigt zur Seite sprangen, um dem Gespann Platz zu machen.
Er sah gewöhnlich aus, ein bißchen heruntergekommen vielleicht. Als sie den Supermarkt betrat, sauste die wilde Jagd direkt auf sie zu. Nichts kam aber zum Glück, wie es hätte kommen müssen. "Alarm, Gefahrenzone!", hörte sie ihn noch rufen, während sie instinktiv zur Seite sprang.
Er schob schnellstmöglich durch den Laden, warf scheinbar wahllos Lebensmittel in den Wagen, eilte weiter, warf andere Lebensmittel an fremder Stelle ins Regal und packte neue in sein Gefährt. Sie starrte ihn an. Sie beobachtete ihn: Mit den Putensteaks war er aus ihr unerklärlichen Gründen besonders ungnädig. Er hob sie drohend über seinen Kopf und führte wütende Selbstgespräche - um dann mit ihnen einen kleinen Tanz aufzuführen.
Zu diesem Zeitpunkt begann sie indes, pervers gute Laune zu entwickeln. Abartig gute Aber-meine-eigene-Welt-ist-heil-Laune.
Als er beschloss, seinen Einkauf zu beenden, war auch ihre Mission fast erfüllt.

Langsam rollte sie ihren Wagen hinter ihm zur Kasse, immer darauf bedacht, nicht dirkt hinter ihm zu sein. Sie war keine gute Detektivin: Ihr fehlten Zeitung und Sonnenbrille zur Tarnung.
An der Kasse hörte sie ihn leise mit Kunden sprechen, in seine Stimme mischte sich jedoch eine Spur Verzweiflung. Verflogen sein Zorn des Einkaufs - Neugier trieb sie noch näher an ihn heran. Nun würde sie den Dingen auf die Spur kommen, herausfinden, was diesen Menschen umtrieb. "Entschuldigen Sie..." , wandte er sich an die ältliche Frau vor sich, - sie unterdessen spitzte ihre Ohren, ihr sollte nichts entgehen - "wissen Sie vielleicht, wo Peter Lustig seine Latzhose hat? Trägt er sie morgen wieder? Man weiß es nicht..."